Analysen, O-Töne und Hintergründe zur ATK 2018.

Vorsprung durch Technik – so könnte das diesjährige Motto der Athletik-Konferenz 2018 gelautet haben. Mit YouTube-Liveübertragung und ATK-App zeigten die Veranstalter in ihrer Nische einem progressiven Auftritt. Die ATK unterstrich damit erneut ihre Vorreiterrolle bei der Implementierung neuer Technologien und Methoden.

YouTube-Athletik-Konferenz
ATK 2018 Live auf YouTube

Eventmanager Nicklas Hölscher zeigte sich zufrieden mit diesem Experiment: “Das  knüpfen von Kontakten und der Informationsfluss  wurde durch die neue ATK App enorm vereinfacht. Das wird sich in den nächsten Jahren sicherlich noch mehr bezahlt machen”. Der YouTube Liveübertragung folgten in den Spitzenübertragungszeiten über 120 User, so das die Organisatoren diesen Schritt wohl als Erfolg werten dürfen.

Athletik-Konferenz wird erwachsen

Die fünfte Ausgabe der ATK zeigte in ihrem Entwicklungsprozess, dass man die Transformation zum internationalen Event weiter konsequent weiter verfolgt: Mike Young (USA), Jonas Dodo, (GBR), Nick Winkelmann (USA), Henk Kraaijnehof (NED), Val Nasedkin (RUS), unterstrichen diese Ambitionen. Aber auch brillante Köpfe aus Deutschland, wie den Münchner Sportwissenschaftler Kornelius Kraus wussten die Organisatoren in gewohnter Manier in Szene zu setzen und durch Pioniere der deutschen Athletiktraining-Szene, wie den Bonner Gerrit Keferstein zu ergänzen.

So bekräftigte Co-Initiator Robert Heiduk noch einmal den Willen das internationale Netzwerk auszubauen: „Es geht nicht einfach nur darum unreflektiert internationale Referenten einzuladen, wir wollen inhaltlich neue Akzente setzen und zukunftsweisende Entwicklungen, Methoden und Technologien gezielt vorantreiben“. Partner Marek Joschko ergänzte: „Mit unseren engen Vernetzungen zu innovativen Ausstellen und Trainern ist die Kombination aus Vorträgen, Workshops und Messe eine ideale Plattform unsere Zielgruppen zusammenzubringen und Themen mit Substanz in den Fokus zu rücken“.

Backstage Kontakte hoch im Kurs

Mike Young KAATSU
Nicht nur Mike Young zeigte sich überzeugt von KAATSU

Es gab aber auch eine Athletik-Konferenz hinter den Kulissen. Am Rande wurden die Weichen für weitere Kooperationen und Projekte gestellt. Auch  Mike Young, Jonas Dodo und Nick Winkelmann nutzen die Gelegenheit um sich auf den neuesten Stand zu bringen. KAATSU-Training überraschte selbst die internationalen Top-Sprecher und man war sich schnell einig: Die Methode aus Japan hat das Potenzial in vielen Anwendungsbereichen zum Gamechanger zu werden. Wir dürfen also gespannt sein welche O-Töne diese Profis noch zu  diesem Thema verlautbaren lassen

Erfahrene Omegawave-User fanden sich zum spontan organisierten Roundtable zusammen und tauschten sich vor laufender Kamera zu ihren Erfahrungen und den generellen Vorteilen dieser Technologie für Trainer aus. Sicherlich eine der Entwicklungen von denen wir hier in Deutschland noch mehr hören werden, da die Relevanz von Neurofeedback-Methoden  auch im Gesundheits- und Stressmanagement eine immer wichtigere Rolle spielt.

Omegawave-Roundtable
Omegawave-User nutzen das Hirngleichstrompotential als Tool zur täglichen Trainingssteuerung

Auf der Bühne wurde offensichtlich: alle Aussteller wussten mit ihren neuen Technologien und fundiertem Know-How zu überzeugen.  Bei den Diagnostikmethoden war zu erkennen, dass das was früher nur im Labor möglich war, heute in mobilen Technologien im Feld möglich ist. Die Objektivierung von Trainingsfortschritten wird damit ohne großen Aufwand möglich. Raten und subjektives Gefühl gehört damit scheinbar der Vergangenheit an, auch wenn immer wieder betont werden muss, dass sie die Trainerkompetenz keineswegs ersetzen kann.

Mülltrenner Athletik-Konferenz

Sandig-Kraus
Dennis Sandig und Kornelius Kraus setzen sich  für qualitätsgesicherte Interventionen ein

ATK-Moderator und Bildungsreferent der Deutschen Triathlon-Union Dennis Sandig brachte eine entscheidende Aufgabe auf den Punkt: Trainern qualitätsgesicherte Inhalte bieten, Relevantes von Irrelevantem trennen. Insbesondere das digitale Zeitalter mit seinen Social Media-Begleiterscheinungen scheint geradezu nach einem Qualitätsfilter zu schreien: Instant Gratification, selbsternannte Experten und virale Verbreitung machen Informationsbewertung für Trainer und Therapeuten heute sicherlich nicht einfacher. Vertrauenswürdige Expertisen werden immer wichtiger.

Nicht umsonst wird die ATK von der Trainerakademie Köln des DOSB und immer mehr Sportverbänden als Fortbildungsveranstaltung anerkannt. “Dieser Vertrauensbeweis bestärkt uns mit unserem Konzept die richtige Richtung eingeschlagen zu haben” kommentierte Marek Joschko die Zusammenarbeit mit der Trainerakademie Köln. Mit ihrer Unterstützung können Teilnehmer aus unterschiedlichen Sportarten und Olympiastützpunkten die ATK nutzen um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Für 2019 haben weitere Verbände ihre Kooperation angekündigt.

Julian Reus bei Henk Kraaijenhof

Kraaijenhof-Reus
Julian Reus schaute Henk Kraaijenhof über die Schulter

Signalwirkung hatten sicherlich auch prominente Sportler, die sich auf der ATK zum Stelldichein einfanden. Julian Reus, deutscher Rekordhalter im 100-Meter Sprint, nutze seine Verletzungspause nach der EM 2018, um sich beim dem Workshop von Spitzentrainer Henk Kraaijenhof inspirieren zu lassen. Dieses Beispiel zeigte, dass die ATK auch  Schnittstelle für die besten Trainer und Athleten sein kann und allen Beteiligten hilft aus ihrer alltäglichen Informationsblase herauszukommen.

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz

Schon jetzt feilen die Organisatoren am Konzept für 2019. “Wir werden Workshops noch weiter in unseren Fokus rücken, um den Teilnehmern mehr praxisrelevante Inhalte an die Hand zu geben”, verriet Robert Heiduk zur inhaltlichen Weiterentwicklung der ATK. Laut Heiduk will man in den nächsten Jahren neben der Internationalisierung mit großem Nachdruck neue und zukunftsweisende Methoden vorantreiben.

Multiscan-Athletik-Konferenz
Technologien wie Mulitscan Pro faszinierten in der Praxis

Dazu denkt man darüber nach über das Jahr verteilt mit kleineren Satelliten-Veranstaltungen zu speziellen Thematiken im Gespräch bleiben. “Wir haben starke und kompetente Partner, die uns mit Ihrem Know-how bei der Umsetzung der Inhalte unterstützen” ergänzt Niklas Hölscher. Die Implementierung am Markt sei ein jahrelanger Prozess und erfordere neben Ausdauer den nötigen Fokus sich nicht von den eigenen Grundwerten ablenken zu lassen: Qualität, Seriosität und Nachhaltigkeit. In diesem Sinne dürfen wir die Aktivitäten der ATK in 2019 mit großem Interesse verfolgen.