Manuel Ruep, Sportwissenschaftler und Athletiktrainer der TSG 1899 Hoffenheim Frauen über die Kompetenzen eines guten Trainers und seine Erwartungen an die Athletik-Konferenz 2014.

Manuel, was erwartest Du von der Athletik-Konferenz 2014?

Ich erwarte einen fachlichen Austausch und die Möglichkeiten das eigene Netzwerk zu erweitern. Dazu kommt die Hoffnung, dass wir als Athletiktrainer eine gemeinsame Linie finden unsere Interessen als Gemeinschaft zu definieren und selbige organisiert zu vertreten zum Gemeinwohl unseres Berufsstandes, der noch keinen gesetzlichen Schutz geniesst. Es gilt hier Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine gewisse Qualität unserer Arbeit gewährleisten und damit auch entsprechend Anerkennung im organisierten Sport finden kann. Derzeit ist dieser Markt ja eher mit Wild-West-Verhältnissen zu vergleichen.

Was zeichnet einen guten Athletiktrainer aus?

Das ist keine einfache Frage. Die Anforderungen an einen Athletiktrainer sind vielfältig. Wir stellen die Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis dar. D.h. auf der einen Seite brauchen wir mindestens eine universitäre Ausbildung um aktuelle wissenschaftliche Daten in den Alltag „übersetzen“ zu können. Dazu müssen wir über exzellente Coaches sein, die mit unterschiedlichsten Athleten und Trainern umgehen können, denn in der Praxis kommen die Wissenschaftler aus dem Elfenbeinturm nicht gut an.

Neben diesen Qualitäten sind fachliche Kompetenz ein absolutes Muss, aber auch Erfahrungen aus der Praxis sind zwingend notwendig, sowohl Eigenerfahrung als Athlet als auch Coachingerfahrung. Ein guter Athletiktrainer zeichnet sich auch durch kontinuierliche Teilnahme an Fortbildungen, sehr gute Kommunikationsskills, Ehrgeiz, Motivationskünste und Organisationstärke aus. Und zu guter letzt liefert ein guter Athletiktrainer auch entsprechende Ergebnisse ab.

Wie schätzt Du die Notwendigkeit von Kenntnissen über Trainingsstätteneinrichtung für den Athletiktrainer ein?

In Deutschland hält sich das noch in Grenzen, aber ich denke in der Zukunft spielt das mehr und mehr eine Rolle, da die Athletiktrainer (hoffentlich) zukünftig auch am Design und der Einrichtung ihrer eigenen Arbeitsplätze beteiligt werden. Momentan wundert man sich noch über viele Einrichtungen und man merkt sofort, dass hier nicht immer erfahrene Trainer mitreden durften. Ich habe schon in Einrichtungen trainieren dürfen, die z.B. zu niedrige Decken haben oder einen zu kurzen Auslauf beim Sprintbahnen. Solche Dinge müssen in Zukunft dadurch vermieden werden dadurch dass die Personen, die in solchen Facilities arbeiten mehr Mitbestimmung haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s